Die Anbieterseite: § 284 StGB und der GlüStV 2021
Seit dem 1. Juli 2021 dürfen Online-Casinos in Deutschland nur mit Erlaubnis der GGL betrieben werden. Wer ohne Erlaubnis anbietet, macht sich nach § 284 StGB strafbar (bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe), und die GGL geht verwaltungsrechtlich dagegen vor: Untersagungsverfügungen, Sperrungen über Host-Provider (mehr als 930 Domains bisher) und Zahlungsblockaden bei Banken und Zahlungsdienstleistern. Deshalb gibt es kein PayPal bei Casinos ohne LUGAS, und deshalb wechseln manche Casinos ihre Domains.
Die Spielerseite: § 285 StGB
§ 285 StGB stellt die Beteiligung an einem unerlaubten Glücksspiel unter Strafe: Geldstrafe bis 180 Tagessätze oder Freiheitsstrafe bis sechs Monate. Das gilt auch für den Spieler am Laptop in Deutschland. Soweit das Gesetz.
Die Praxis: Verfahren gegen Spieler sind extrem selten. Die bekannten Fälle (München 2014, einzelne Verfahren 2019–2023) endeten mit Einstellung oder kleinen Geldstrafen und betrafen Spieler, die durch Steuerprüfungen oder Rückforderungsklagen aufgefallen waren. Es gibt keine systematische Verfolgung — aber das Risiko ist nicht null, und wer selbst vor Gericht Verluste zurückfordert, legt seine Teilnahme offen. Einige Staatsanwaltschaften haben nach solchen Klagen Verfahren eröffnet, die meisten wurden nach § 153 StPO eingestellt.
Was Spieler zusätzlich verlieren
- Keinen deutschen Verbraucherschutz. Bei einem Streit mit dem Casino gibt es keine GGL, keine Schlichtungsstelle, kein deutsches Gericht mit realistischer Vollstreckung. Deine einzige Instanz ist die Lizenzbehörde des Casinos — und die ist in Curaçao oder Anjouan. Was die Lizenzen wert sind.
- Kein OASIS, kein LUGAS. Keine Sperre, kein Limit, kein Parallelspielverbot. Ersatz musst du selbst bauen.
- Zahlungsrisiken. Banken lehnen Überweisungen an bekannte Casinos ab, Kartenzahlungen werden als Bargeldvorschuss abgerechnet, und bei einer Zahlungsblockade kann eine Einzahlung im Nichts hängen.
- AGB nach fremdem Recht. Gewinnstreichungen wegen „Bonus-Hunting“ oder „unregelmäßigen Spielmustern“ sind nach deutschem AGB-Recht kaum haltbar — nach dem Recht von Curaçao schon.
Die Kehrseite: Verträge mit unerlaubten Anbietern sind nichtig
Weil das Angebot in Deutschland verboten ist, sind die Spielverträge nach § 134 BGB nichtig — und Verluste können nach § 812 BGB zurückgefordert werden. Deutsche Gerichte haben seit 2021 in hunderten Fällen zugunsten von Spielern entschieden, der EuGH hat am 16. April 2026 (C-440/23) bestätigt, dass eine maltesische Lizenz dem nicht entgegensteht. Für Casinos mit Curaçao- oder Anjouan-Lizenz ist die Vollstreckung schwieriger, aber nicht unmöglich. Der ganze Artikel dazu.
Steuern
Gewinne sind für Privatspieler steuerfrei, unabhängig von der Lizenz. Die 5,3 % Einsatzsteuer zahlt nur der lizenzierte Anbieter. Mehr dazu.
Unsere Einordnung
Wir schreiben diese Seite für Menschen, die die Entscheidung bereits getroffen haben — und wir schreiben an jede Stelle, an der ein Casinolink steht, dass die Teilnahme formal strafbar ist. Das ist keine Floskel. Wer ohne LUGAS spielt, sollte es wissen, es mit kleinen Beträgen tun, die Lizenz vor dem Bonus prüfen und Geld nicht länger im Casino lassen, als nötig. Das ist Information, keine Rechtsberatung: für deinen Einzelfall hilft nur ein Anwalt.