Gewinne: steuerfrei, mit oder ohne Lizenz
Glücksspielgewinne gehören zu keiner der sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes. Sie sind deshalb steuerfrei — für den Lottogewinn genauso wie für den Slot-Gewinn bei einem Casino mit Curaçao-Lizenz. Die Lizenz des Anbieters spielt für deine Steuer keine Rolle. Das haben Finanzgerichte wiederholt bestätigt, zuletzt für Online-Poker nur mit der Ausnahme „Berufsspieler“ (siehe unten).
Die 5,3 % Virtuelle Automatensteuer
Seit dem 1. Juli 2021 zahlen Anbieter mit deutscher Erlaubnis nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz 5,3 % auf jeden Einsatz an virtuellen Automatenspielen — auf den Einsatz, nicht auf den Gewinn oder den Rohertrag. Bei einem Slot mit 96 % RTP beträgt der Hausvorteil 4 %; eine Steuer von 5,3 % auf den Einsatz wäre höher als der gesamte Hausvorteil. Deshalb geben die Anbieter sie weiter: deutsche Versionen bekannter Slots laufen mit 90–94 % RTP statt der Herstellerversion. Das ist kein Gerücht, sondern steht in den Spielinfos der Anbieter. Bei 1.000 € Umsatz sind 5 Prozentpunkte RTP 50 € — jedes Mal. Rechne es mit deinem Umsatz nach.
Casinos ohne LUGAS zahlen diese Steuer nicht und bieten die Herstellerversion an. In unseren Stichproben stimmten 48 von 50 RTP-Werten mit den Herstellerangaben überein. Das ist der eigentliche wirtschaftliche Grund, warum der „ohne LUGAS“-Markt existiert — nicht die Boni.
Drei Ausnahmen, in denen das Finanzamt doch kommt
- Berufsspieler. Wer planmäßig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht spielt und davon lebt, kann gewerbliche Einkünfte erzielen. Der BFH hat das für Poker bejaht; für Slots ist es praktisch ausgeschlossen, weil Geschicklichkeit fehlt. Für Sportwetten in Grenzfällen möglich.
- Erträge aus dem Gewinn. Der Gewinn ist steuerfrei, Zinsen und Dividenden aus seiner Anlage nicht. Ab dem Tag der Gutschrift gilt die normale Kapitalertragsteuer.
- Krypto. Zahlst du USDT oder BTC aus und tauschst später in Euro, ist der Kursgewinn zwischen Auszahlung und Verkauf ein privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) — steuerpflichtig, wenn innerhalb eines Jahres verkauft und die Freigrenze von 1.000 € überschritten wird. Dokumentiere Kurs und Datum der Auszahlung.
Große Eingänge auf dem Konto
Banken melden nach dem Geldwäschegesetz ungewöhnliche Eingänge, und das Finanzamt kann bei einer Prüfung nach der Herkunft fragen. Du musst dann nicht versteuern, aber belegen: Auszahlungsbestätigung des Casinos, Screenshots von Transaktionsverlauf und Konto, bei Krypto die Wallet-Historie. Heb diese Belege auf, solange du das Geld hast. Und denk daran: der Beleg zeigt dem Finanzamt die Teilnahme an einem in Deutschland nicht erlaubten Spiel — die Behörden tauschen solche Informationen nicht systematisch aus, aber § 285 StGB gilt.
Verluste absetzen?
Nein. Was steuerfrei gewinnt, kann steuerlich nicht verlieren. Verluste bei Anbietern ohne deutsche Lizenz können nur zivilrechtlich zurückgefordert werden — eine andere Baustelle.
Das ist eine allgemeine Darstellung der Rechtslage und keine Steuerberatung. Bei größeren Beträgen oder Krypto lohnt sich ein Steuerberater — eine Stunde kostet weniger als ein Fehler.